Thursday, January 7, 2016

Mikkeller und sein Web Shop

Mikkeller ist ja wahrscheinlich der populärste unter den innovativen modernen Brauern in Europa.  Irgendwo seit Mitte des letzten Jahrzehnts am Start, hat er mir schon einige grossartige Bier Momente beschert. Das Green Gold z.B. ist momentan eines der Besten IPA’s aus Europa (meine Favoriten IPA’s wären wohl auch mal einen eigenen Blog wert…mach ich bald).  Mikkeller zeichnet sich dadurch aus auf  Konventionen zu scheissen die für traditionelle Brauer ausser Frage stehn. Unter anderem hat Mikkeller Biere mit 1000 IBU’s oder 500 EBC’s gemacht. Das spaltet auch die „Craft“ Bier Fans weil diese Biere  entweder geliebt oder als untrinkbar eingestuft werden (ich gehöre zu den die dies Biere lieben!). Neben dem Bier brauen betreibt Mikkeller  auch einen eigenen Web Shop mit Europa weitem Versand. Im Angebot sind Mikkeller Biere und „friends“ of Mikkeller, wie To Öl, EvilTwin, Amager, etc. Da ich die meisten meiner Biere seit Jahren von Internet Versendern beziehe hab ich doch eine gewisse Erfahrung mit Bier Web Shops. Mikkeller’s ist jetzt vom Shop System her nix Welt bewegendes aber es gibt viele Biere nur dort (andere aus dem Angebot gibt’s wo anders billiger, aber bei Bier Web Shops kann ich sowieso nur raten: „Augen auf beim Eier kauf“, vergleichen lohnt). Eben genau die Tatsache (Biere, die es nur dort gibt) hatten mich veranlasst dort zu bestellen. I wollte unbedingt Mikkellers alkoholfreies probieren! Ich bin immer auf der Suche gewesen nach einem guten Alkohol freien, hab aber irgendwann vor Jahren die Suche aufgegeben, da es offensichtlich nicht möglich ist Alkohol frei zu brauen und trotzdem Geschmacks-Befriedigung zu erreichen. Dann hab ich in Mikkellers Buch (sehr empfehlenswert) etwas über sein Alkohol freies gelesen und das bei mir in Vergessenheit geratene Thema war wieder da. Ich dachte: ich muss es probieren. Vielleicht hat es ja Europas innovativster  Brauer geschafft, ein gutes Alkohol freies zu brauen. Falls auch das nix ist, gebe ich es endgültig auf! Hab mich also auf die Suche gemacht und bin dann in Mikkellers Web Shop gelandet und habe mir 6 Flaschen Mikkeller Drink’in the Snow (0.3%ABV) bestellt und die Gelegenheit genutzt noch ein paar andere Raritäten zu ordern (dazu später mehr).
Als die bestellte Ware geliefert wurde, war die Freude  gross! Als ich das Paket geöffnet hatte war aber vor allem die Enttäuschung gross:
  1.   Mikkeller muss am Verpackungskonzept arbeiten, die Flaschen waren einzeln in Luft Polster Folie verpackt und dann der Karton mit diesen furchtbaren Schaumstoff Dingern aufgefüllt. Das kostet richtig Zeit den Mist auszupacken und anschliessend muss man einen riesen Berg Müll entsorgen. Da gibt es wesentlich bessere Verpackung Systeme am Markt und ich wundere mich das Mikkeller die nicht benutzt…(wie bereits erwähnt, ich bestelle sehr viel bei unterschiedlichen Web Shops, wäre vielleicht auch mal ein Blog wert…)
  2. Noch Schlimmer: anstatt Mikkeller Drink’in the Snow (0.3%ABV) – das war ja der eigentliche Grund meiner order – wurden mir 6 Flaschen Mikkeller Drink’in the Sun (2.8% Abv) geliefert. Ein leichtes Sommer Wheat ale. Hab mich natürlich sofort an Mikkeller Web Shop via eMail gewendet. Das gute war, ich hatte innerhalb von 30 Minuten den Vorschlag im Postfach, mir das Geld für die nicht gelieferten Mikkeller Drink’in the Snow gutzuschreiben und die 6 Flaschen Mikkeller Drink’in the Sun für lau behalten zu können. Hab eingewilligt. Trotzdem: von Europas wahrscheinlich innovativstem Brauer hätte ich erwartet, der hat es im Griff…

Das Eigentliche Ziel, herauszufinden ob Mikkeller Alkohol freie gut schmeckende Biere machen kann, kann ich vorerst nicht erreichen…Aber es wird sich wieder eine Gelegenheit finden.
Kommen wir aber nun zum Inhalt des Paketes und was ich mir bisher reingepfiffen habe. Als erstes eben das oben bereits erwähnte (und nicht bestellte) Mikkeller Drink’in the Sun (2.8% Abv). Weizen leicht Bier…nicht schlecht aber eigentlich brauch ich es nicht (ok, es war ja nu für lau). Aber ich sag’s mal so: wenn ich es bezahlt hätte (sicher über 3 Euro die Flasche) hätte es mich gereut. Das kann man auch für wesentlich weniger Geld in Bayern finden…
Das nächste wiederum war der Hammer: Mikkeller red/white Christmas. Ein hybrid zwischen Red Ale und belgisch Witbier, mit amerikanischen Hopfen und tropischen Orangen Schalen. 8% ABV. Das war mal ne Erfahrung! Man merkt beide Styles klar raus und ich hätte nicht gedacht das die sich so gut vertragen. Auf jeden Fall ein ganz grossartiges Bier. Es unterstreicht ausserdem die Aussage: „Mikkeller, einer der innovativsten Brauer in Europa“. Hat Spass gemacht (und auch ein wenig die „negative“ Erfahrung mit dem Web Shop kompensiert.
Und dann kam was für fortgeschrittene: EvilTwin Femme Fatale Sudachi, American IPA mit 6%Abv. Dazu muss ich ein wenig ausholen. EvilTwin Brewing. Wer steckt dahinter? Niemand geringerer als der Zwillingsbruder des Mikkeller Mastermind Mikkel Borg Bjergsø, Jeppe Jarnit-Bjergsø. Als Mikkeller Mitte letztes Jahrzehnts startete, arbeitete Jeppe Jarnit-Bjergsø mit. Irgendwann hat Jeppe dann entschieden, sein eigenes Bier zu brauen. Und das Zeug is unglaublich experimentell. Dieses Bier hier is ein Paradebeispiel dafür: es enthält Pale und Münchner Malz, Hafer und Weizen, neben Goldings hopfen werden auch Sodachi Schalen zur Würzung verwendend und Sodachi Saft beigegeben (Sodachi ist eine Japanische Citrus Frucht). Das ganze wird dann mit „Brett“ Hefen (Brettanomyces Bruxellensis) fermentiert (dieser momentane im Trend liegende Hefe Typus is dann mal ein eigener Blog wert…). Das alles führt zu einen fruchtig, krautartigen Geschmack. Das Bier ist in einem Bomber (0.66 l Flasche, wird oft von US Brauern für ihren High-End Stoff verwendet) abgefüllt. Ich fand das Bier geschmacklich so komplex, das ich die nahezu die ganze Flasche gebraucht habe, bis es sich mir erschlossen hat. Absoluter Knaller, allerdings ehr was für fortgeschrittene als für Einsteiger (ich hätte jetzt gern den Keller voll mit dem Zeug…).
Last but not least: Amager/Three Floyds Arctic SunStone, American Pale Ale, 6% Abv. Eine Kooperation von Amager, einem Dänischen Brauer, bei dem meines Wissens nach Mikkeller einige Biere braute (Mikkeller is ein gipsy brewer ohne eigene Brauerei) und der Brauerei Three Floyds aus USA, der Lieblings Brauerei von Mikkel Borg Bjergsø. Neben verschiedenen Malz Sorten wurden 4 Hopfen verwendet: Tomahawk, Citra, Centennial und Simcoe. Alles in allem ein sehr gut gemachtes Pale Ale. Gerne wieder.
Habe zwar noch nicht alles durch aus der Mikkeller Web Shop Bestellung, allerdings kann ich schon jetzt sagen: es lohnt sich wenn man was Neues kennen lernen will. Is aber auf der anderen Seite auch ein kostspieliges vergnügen. Aber ab und zu sollte man sich das gönnen.
In diesem Sinne

Euer hophead


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