Mikkeller
ist ja wahrscheinlich der populärste unter den innovativen modernen Brauern in
Europa. Irgendwo seit Mitte des letzten
Jahrzehnts am Start, hat er mir schon einige grossartige Bier Momente beschert.
Das Green Gold z.B. ist momentan eines der Besten IPA’s aus Europa (meine Favoriten
IPA’s wären wohl auch mal einen eigenen Blog wert…mach ich bald). Mikkeller zeichnet sich dadurch aus auf Konventionen zu scheissen die für
traditionelle Brauer ausser Frage stehn. Unter anderem hat Mikkeller Biere mit
1000 IBU’s oder 500 EBC’s gemacht. Das spaltet auch die „Craft“ Bier Fans weil
diese Biere entweder geliebt oder als
untrinkbar eingestuft werden (ich gehöre zu den die dies Biere lieben!). Neben dem
Bier brauen betreibt Mikkeller auch
einen eigenen Web Shop mit Europa weitem Versand. Im Angebot sind Mikkeller
Biere und „friends“ of Mikkeller, wie To Öl, EvilTwin, Amager, etc. Da ich die
meisten meiner Biere seit Jahren von Internet Versendern beziehe hab ich doch
eine gewisse Erfahrung mit Bier Web Shops. Mikkeller’s ist jetzt vom Shop System
her nix Welt bewegendes aber es gibt viele Biere nur dort (andere aus dem
Angebot gibt’s wo anders billiger, aber bei Bier Web Shops kann ich sowieso nur
raten: „Augen auf beim Eier kauf“, vergleichen lohnt). Eben genau die Tatsache
(Biere, die es nur dort gibt) hatten mich veranlasst dort zu bestellen. I
wollte unbedingt Mikkellers alkoholfreies probieren! Ich bin immer auf der
Suche gewesen nach einem guten Alkohol freien, hab aber irgendwann vor Jahren
die Suche aufgegeben, da es offensichtlich nicht möglich ist Alkohol frei zu
brauen und trotzdem Geschmacks-Befriedigung zu erreichen. Dann hab ich in
Mikkellers Buch (sehr empfehlenswert) etwas über sein Alkohol freies gelesen
und das bei mir in Vergessenheit geratene Thema war wieder da. Ich dachte: ich
muss es probieren. Vielleicht hat es ja Europas innovativster Brauer geschafft, ein gutes Alkohol freies zu
brauen. Falls auch das nix ist, gebe ich es endgültig auf! Hab mich also auf
die Suche gemacht und bin dann in Mikkellers Web Shop gelandet und habe mir 6 Flaschen
Mikkeller Drink’in the Snow (0.3%ABV) bestellt und die Gelegenheit genutzt noch
ein paar andere Raritäten zu ordern (dazu später mehr).
Als die bestellte
Ware geliefert wurde, war die Freude gross! Als ich das Paket geöffnet hatte war
aber vor allem die Enttäuschung gross:
- Mikkeller muss am Verpackungskonzept arbeiten, die Flaschen waren einzeln in Luft Polster Folie verpackt und dann der Karton mit diesen furchtbaren Schaumstoff Dingern aufgefüllt. Das kostet richtig Zeit den Mist auszupacken und anschliessend muss man einen riesen Berg Müll entsorgen. Da gibt es wesentlich bessere Verpackung Systeme am Markt und ich wundere mich das Mikkeller die nicht benutzt…(wie bereits erwähnt, ich bestelle sehr viel bei unterschiedlichen Web Shops, wäre vielleicht auch mal ein Blog wert…)
- Noch Schlimmer: anstatt Mikkeller Drink’in the Snow (0.3%ABV) – das war ja der eigentliche Grund meiner order – wurden mir 6 Flaschen Mikkeller Drink’in the Sun (2.8% Abv) geliefert. Ein leichtes Sommer Wheat ale. Hab mich natürlich sofort an Mikkeller Web Shop via eMail gewendet. Das gute war, ich hatte innerhalb von 30 Minuten den Vorschlag im Postfach, mir das Geld für die nicht gelieferten Mikkeller Drink’in the Snow gutzuschreiben und die 6 Flaschen Mikkeller Drink’in the Sun für lau behalten zu können. Hab eingewilligt. Trotzdem: von Europas wahrscheinlich innovativstem Brauer hätte ich erwartet, der hat es im Griff…
Das
Eigentliche Ziel, herauszufinden ob Mikkeller Alkohol freie gut schmeckende
Biere machen kann, kann ich vorerst nicht erreichen…Aber es wird sich wieder
eine Gelegenheit finden.
Kommen wir
aber nun zum Inhalt des Paketes und was ich mir bisher reingepfiffen habe. Als
erstes eben das oben bereits erwähnte (und nicht bestellte) Mikkeller Drink’in
the Sun (2.8% Abv). Weizen leicht Bier…nicht schlecht aber eigentlich brauch
ich es nicht (ok, es war ja nu für lau). Aber ich sag’s mal so: wenn ich es
bezahlt hätte (sicher über 3 Euro die Flasche) hätte es mich gereut. Das kann
man auch für wesentlich weniger Geld in Bayern finden…
Das nächste
wiederum war der Hammer: Mikkeller red/white Christmas. Ein hybrid zwischen Red
Ale und belgisch Witbier, mit amerikanischen Hopfen und tropischen Orangen Schalen.
8% ABV. Das war mal ne Erfahrung! Man merkt beide Styles klar raus und ich hätte
nicht gedacht das die sich so gut vertragen. Auf jeden Fall ein ganz
grossartiges Bier. Es unterstreicht ausserdem die Aussage: „Mikkeller, einer
der innovativsten Brauer in Europa“. Hat Spass gemacht (und auch ein wenig die
„negative“ Erfahrung mit dem Web Shop kompensiert.
Und dann
kam was für fortgeschrittene: EvilTwin Femme Fatale Sudachi, American IPA mit
6%Abv. Dazu muss ich ein wenig ausholen. EvilTwin Brewing. Wer steckt dahinter?
Niemand geringerer als der Zwillingsbruder des Mikkeller Mastermind Mikkel Borg
Bjergsø, Jeppe Jarnit-Bjergsø. Als Mikkeller Mitte letztes
Jahrzehnts startete, arbeitete Jeppe Jarnit-Bjergsø mit. Irgendwann hat
Jeppe dann entschieden, sein eigenes Bier zu brauen. Und das Zeug is
unglaublich experimentell. Dieses Bier hier is ein Paradebeispiel dafür: es enthält
Pale und Münchner Malz, Hafer und Weizen, neben Goldings hopfen werden auch Sodachi
Schalen zur Würzung verwendend und Sodachi Saft beigegeben (Sodachi ist eine Japanische
Citrus Frucht). Das ganze wird dann mit „Brett“ Hefen (Brettanomyces Bruxellensis)
fermentiert (dieser momentane im Trend liegende Hefe Typus is dann mal ein
eigener Blog wert…). Das alles führt zu einen fruchtig, krautartigen Geschmack.
Das Bier ist in einem Bomber (0.66 l Flasche, wird oft von US Brauern für ihren
High-End Stoff verwendet) abgefüllt. Ich fand das Bier geschmacklich so
komplex, das ich die nahezu die ganze Flasche gebraucht habe, bis es sich mir
erschlossen hat. Absoluter Knaller, allerdings ehr was für fortgeschrittene als
für Einsteiger (ich hätte jetzt gern den Keller voll mit dem Zeug…).
Last but not least: Amager/Three Floyds Arctic SunStone,
American Pale Ale, 6% Abv. Eine
Kooperation von Amager, einem Dänischen Brauer, bei dem meines Wissens nach
Mikkeller einige Biere braute (Mikkeller is ein gipsy brewer ohne eigene
Brauerei) und der Brauerei Three Floyds aus USA, der Lieblings Brauerei von Mikkel
Borg Bjergsø. Neben verschiedenen Malz Sorten wurden 4 Hopfen verwendet:
Tomahawk, Citra, Centennial und Simcoe. Alles in allem ein sehr gut gemachtes
Pale Ale. Gerne wieder.
Habe zwar
noch nicht alles durch aus der Mikkeller Web Shop Bestellung, allerdings kann
ich schon jetzt sagen: es lohnt sich wenn man was Neues kennen lernen will. Is aber
auf der anderen Seite auch ein kostspieliges vergnügen. Aber ab und zu sollte
man sich das gönnen.
In diesem
Sinne
Euer hophead
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